Wolfgang-Andreas Schultz |
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Pressestimmen
Das Werk besitzt den strukturellen Reichtum Neuer Musik
und dabei doch einen schieren, sich leicht mitteilenden romantischen Geist.
Eine Oper mit echten Repertoire-Chancen - dies war mein erster Eindruck nach der
Uraufführung von Schultz' neuer Oper Sturmnacht.
Karl Böhm selig ("es muß ein moderner Puccini kommen...")
hätte seine helle Freude gehabt. Dennoch ist Schultz kein Epigone.
In der Überlagerung komplexer Schichtklänge führt er Ideen weiter,
die ihm sein Lehrmeister Ligeti mit auf den Weg gegeben hat.
Ganz im Halbdunkel der Melancholie, als wunderschönes Gemälde
in graublauen Farben erklang die postmoderne Komposition
Abendländisches Lied
von Wolfgang-Andreas Schultz.
Er ließ eine geradezu impressionistisch irreale Aura
von entrückender Intensität erstehen.
Schultz tänzelt dabei ja nicht nur durch die Welten,
sondern auch durch die Musiksphären: vom Kult zum Kosmos,
vom Paradies durch die Geistesgeschichte bis zur meditativen Versenkung.
Und immer anschaulich, immer nachvollziehbar.
Die Vertonung spielt mit Reminiszenzen an Weltmusik
(mal indisch, mal japanisch), an Operette und Musical, an Rock und Pop.
Die Stilbereiche werden den Personen sauber zugeordnet,
mit den Mitteln eines herkömmlichen Orchesters
ebenso sauber miteinander verbunden.
Schultz schafft es, in seiner Musik jeden Anschein stilistischer Buntheit
oder plakativen Historisierens zu vermeiden.
Sie gibt sich nicht avantgardistisch, ist aber durchaus neu
im Sinne subjektiv-originellen Gebrauchs zeitgenössischer Stilmittel und Techniken.
Sie ist bemerkenswert ausdrucksstark und - da voller Absichten - richtig mitteilsam.
Das provoziert vielerlei Spannungen und Spannendes;
es fordert und fördert Aufmerksamkeit, veranlaßt zu wachem Verfolgen
der sehr differenzierten, kompositorisch wie gedanklich sehr dichten,
assoziativ bedeutungsvollen musikalischen Abläufe.
Will sagen: das Stück ist einfach gut gemacht; es klingt, und es beeindruckt!
Interview zum Flötenquartett. |